Chronik

Johannes Horrix war der Mann der ersten Stunde

Der Pädagoge Johannes Horrix initiierte im wesentlichen nicht nur die Gründung des Gesangvereins Liederkranz im Jahre 1869, er war auch der erste Dirigent und Vorsitzende. So waren die Anfangsjahre von der Person Johannes Horrix geprägt, der den Chor zu beachtlichen Leistungen führte. Schon 1870 gab der Chor ein viel beachtetes, öffentliches Konzert in Grefrath. 1871 weihte man mit einem festlichen Konzert die erste eigene Fahne. 1877 legte Johannes Horrix seine Ämter nieder.

Mit Kurfürst zum Sängerwettstreit

Die Tätigkeiten mehrerer Chorleiter wechselten sich im Laufe der folgenden Jahre ab ehe 1893 der Dirigent Kurfürst aus Lobberich Kontinuität und neues Leben in den Liederkranz brachte. 1895 errang der Chor bei seinem ersten Sängerwettstreit in Duisburg den zweiten Platz. Aus Altersgründen legte Chorleiter Kurfürst 1906 seine Tätigkeit in jüngere Hände. Wenn auch in der Folgezeit die musikalischen Leiter häufig wechselten, so zeigte der Chor doch sein hohes Niveau bei zahlreichen öffentlichen Auftritten.

Fusion mit dem Quartettverein Grefrath

Der erste Weltkrieg unterbrach den Höhenflug des Chores; viele Sänger wurden zum Wehrdienst einberufen, doch suchte man den Kontakt untereinander durch Kartengrüße aufrechtzuerhalten. Nur zweiundzwanzig Sänger der Liederkranzes Grefrath überlebten den Krieg. Immerhin gelang es, zum fünfzigjährigen Bestehen 1919 mit zweiundvierzig Stimmer ein großes Jubiläumskonzert und der Leitung von Musikdirektor Paul Havix aus Krefeld zu veranstalten. Zu dieser Zeit trat in Grefrath auch ein Quartettverein auf. Dieser Chor verfügte zwar über gute Stimmen, hatte aber nur Wenige Mitglieder. Den Wunsch beider Chöre nach besseren Leistungen suchte man durch eine Fusion zu erreichen: Am 15. Mai 1923 schlossen sich der Liederkranz und der Quartettverein zu einem großen Chor unter dem Namen Quartettverein Liederkranz 1869 zusammen. Schon in kürzester Zeit wuchs die Zahl der Sänger auf über neunzig an. Der damalige Dirigent, Musikdirektor Franz Bornheim, legte besonderen Wert auf die musikalische Ausbildung der Sänger.

Applaus für den wilden Stanislaus

Nach dem zweiten Weltkrieg, der unter den Grefrather Sängern zahlreiche Opfer forderte, trafen sich im Herbst 1945 auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Joahnnes Lindackers sechzehn Chormitglieder im Vereinslokal Haus Allen, um den Chor wieder zu beleben. Im November 1945 konnte der Quartettverein Liederkranz ein kleines Konzert geben. Schon in den späten jahren der Weimarer Republick war die Aufführung von Operetten ein Spezialität des Quartettverein Liederkranz gewesen und diese Tradition nahm man jetzt wieder auf. 1947 führte man unter der Regie von Fritz Schwingen und der musikalischen Leitung von Heinz Thebarth aus Krefeld die Operette Der wilde Stanislaus auf. Ihr folgten 1948 Rosemarie vom Böhmerwald und 1953 Helga das Fischermädchen. Ab den fünfziger Jahren wurden die Operettendarstellungen von karnevalistischen bunten Abenden abgelöst. 1963 musste Heinz Thebarth aus beruflichen Gründen das Dirigat aufgeben.

Gesang geht über Grenzen

Seine erste Konzertreise führte den Quartettverein Liederkranz unter dem Dirigenten Werner Marx, ebenfalls aus Krefeld, nach Frévent, der französischen Partnergemeinde Grefraths. Weitere Auslandsreisen in die Niederlande und nach Österreich machten den Chor auch im europäischen Raum bekannter. Personelle Verstärkung erhielt der Chor 1975 durch den Beitritt der vierzehn Sänger der 1910 gegründeten Sängervereinigung. Trotz seiner Auftritte im Ausland blieb der Quartettverein Liederkranz immer Heimat verwurzelt: Mit Konzerten in Krankenhäusern und Altenheimen der Umgebung bringt der Liederkranz Abwechslung in den Alltag von Senioren und Patienten. Seit 1978 nimmt eine Gruppe von Sängern auch beim Grefrather Schützenfest als Marinezug teil. 1982 schied der Chorleiter Werner Marx aus. 1988 änderte sich durch den Beschluss der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Name des Chores. Aus dem Quartettverein Liederkranz wurde jetzt der Liederkranz Grefrath 1869 e.V.

1982 Johannes Menskes wird musikalischer Leiter

Ein Jahr großer Veränderungen für den Chor war 1982. Nachfolger von Chorleiter Werner Marx wurde der damals schon weit über regionale Grenzen bekannte Musikpädagoge Johannes Menskes. Die erste Probe unter seiner Stabführung fand im Januar 1982 statt. Menskes setzte andere Akzente als seine Vorgänger und führte den Chor zu erheblich besseren musikalischen Leistungen. Offiziell trat der Liederkranz Grefrath den Menskes Chören am 14. Januar 1984 bei. Die großen Erfolge bei Funk und Fernsehen wie auch in der breiten Öffentlichkeit der Menskes Chöre sind auch mit Verdienst des Liederkranzes Grefrath. Nach fast fünfundzwanzig jähriger Tätigkeit gibt der fast achtzigjährige Johannes Menskes seine Tätigkeit beim Liederkranz Grefrath und auch bei seinen anderen Chören aus Altersgründen auf. Ein herber Schlag für den Chor.

Hermannjosef Roosen aus Krefeld wird neuer Dirigent

Nach vielen Probedirigaten und Probenbesuchen bei anderen Chören entschied sich der Liederkranz Grefrath dafür, Hermannjosef Roosen, ebenfalls aus Krefeld kommend, ab 01.03.2006 als neuen Dirigenten zu verpflichten. Ähnlich wie seinerzeit Franz Bornheim legt auch der neue Dirigent größten Wert auf die musikalische Ausbildung der Sänger. Schon das erste weihnachtliche Konzert in der Albert Mooren Halle zeigte deutlich die Handschrift des neuen musikalischen Leiters. Nach einem glanzvollen Jubiläumskonzert zum 140jährigen Bestehen legt Herr Roosen die musikalische Leitung zum 31.12.2009 in andere Hände.

Gerd Philips übernimmt die musikalische Chorleitung

Der „bekennende“ Niederheiner Gerd Philips hat am 11.März 2010 die musikalische Leitung des niederrheinischen Chores Liederkranz Grefrath übernommen! Schon in den ersten Proben zeigt Gerd Philips seine Chorvision auf. Die vielfältigen Funktionen des gemeinsamen Singens auch aus psychologischer Sicht mit Sinn, Freude und Harmonie aus zu statten. Den Chor verstärkt als Element der Gemeinde Grefrath heraus zu stellen und durch einvernehmliche musikalische Schwerpunkte neue Perspektiven auf zu zeigen ohne die Wurzel des Chorgesangs zu vernachlässigen!
Als unser Chorleiter Gerd Pilips seinen Abschied erklärte, war diese Entscheidung nach nur zwei Jahren einer harmonischen Zusammenarbeit für alle Sänger eine Überraschung.

Leo Hamacher und Hans Etges zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Der Liederkranz Grefrath nahm die letzte Chorprobe vor den Chorferien zum Anlass, zwei verdienten Sängern  eine besondere Ehre zuteil werden zu lassen. Auf Vorschlag des Vorstandes und aufgrund eines Beschlusses der Mitgliederversammlung des Liederkranzes vom 07.07.2011. wurden  Leo Hamacher (87) und  Hans Etges (76) wegen  ihrer außergewöhnlichen, langjährigen Verdienste um den Chor  zu Ehrenmitgliedern ernannt. Beide Sänger sind gebürtige Grefrather.

Ralph Hoevel wird nuer Chorleiter

Nach zwei Probedirigaten einigte sich der Vorstand darauf, Herrn Ralph Hoevel aus Kempen die musikalischen Leitung des Chores zu übertragen.
Wir freuen uns auf eine spannende, fruchtbare, neue Zeit mit unserem Chorleiter Ralph Hövel!